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Hornissenleben von November bis April

 
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Das Jahr einer Hornissenkönigin


November ;

Nach den ersten zwei Frostnächten ist es still im Hornissenstaat. Nur selten leben starke Völker noch bis Anfang November. Unserer Jungkönigin kann die Kälte nun nichts anhaben. Eine Schwesterkönigin hat sich auf der gegenüberliegenden Seite im Baumstumpf eine Spalte ausgesucht, welche etwas weniger tief ist.



Seltener Anblick von überwinternden Jungköniginnen in einem winterleeren Hornissennest.
Die beiden Königinnen links leben, während jene rechts tot im Nest liegt !



Es ist Februar ;

Die Königinnen verharren ohne sich gross zu bewegen. Die Sonne scheint und es liegt Schnee. Plötzlich klopft es heftig von draussen an den Stamm. Eine klebrige Zunge folgt dem Spaltverlauf, reicht gerade nicht bis zu unserer winterstarren Königin. Eine zweite und drittes Mal schnellt die Zunge heran, dann lässt der Specht von dieser Seite des Stammes ab und klettert auf die Rückseite. Dort harrt die Schwesterkönigin, doch diese hat in der weniger tiefen Spalte nicht ausreichend Schutz vor der klebrigen Zunge und wird eine von vielen, welche in diesem Winter ihr Leben lassen! Etwa ¾ der jungen Königinnen werden den Winter nicht überleben. Bakterien, Vieren und Pilze, aber auch ein Sarg aus gefrorenem Wasser bilden weitere Ursachen für die Winterverluste.
Nachdem im Februar eisige Temperaturen von bis zu -17°C und eine dichte Schneedecke vorherrschend waren, steigen die Grade im März rasch an. Die Sonne beginnt kräftiger zu scheinen. Die warmen Strahlen dringen tiefer in den Boden und bringen neues Leben hervor.
Man beobachtet bereits die ersten Hummelköniginnen und die Honigbienen an ersten blühenden Pflanzen. Vereinzelt fliegen auch schon Wespenköniginnen, welche sich nach einer ersten Stärkung auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz begeben. Unsere Königin harrt jedoch noch in Winterruhe und das ist gut so.



Königin aus Altnest im elterlichen Keller im März 2002.


Der April naht ;

Das Wetter verschlechtert sich zusehens wieder. Es wird abermals beissend kalt. Das Thermometer fällt um Null Grad und stellenweise schneit es nochmals bis in die Niederungen. Unserer gut geschützten Königin in ihrem Versteck fällt dieser Umschwung nicht besonders auf. Hingegen fordert es unter den früh erwachten Wespenköniginnen, Hummeln und wenigen Hornissenköniginnen seine Opfer!


- Aktualisiert am 19.10.2017 -