Hornissenschutz in der Schweiz
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Vorgehensweise bei "hornissenschutz.ch"

 
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Umzugsaktion von Hornissen- oder Wespenvölkern


Im Netz findet man verschiedentlich Filme und Beschreibungen über die Vorgehensweisen bei Hornissen- oder Wespenumsiedlungen. Diese sind teilweise nicht ganz unproblematisch, gar kritisch und sollten nicht unbedingt nachgeahmt werden. Wohl verstanden, sind nicht alle damit gemeint und auch nachfolgend vorgestellte Variante verspricht keine 100% Erfolgsquote !
Nachstehend wird nun das Vorgehen bei "hornissenschutz.ch" beschrieben und kann in der Umzugsgalerie nachverfolgt werden :




- Wo immer möglich, soll das Nest vor Ort verbleiben ; begründet damit, dass die Königin von sich aus den idealsten Ort ausgesucht hat, auch wenn es uns manchmal unverständlich erscheinen mag.

- Es wird, wo immer möglich, Kontakt mit den Betroffenen per eMail, Telefon oder vor Ort gehalten.

- Dort wo sich eine Königin den Rollladenkasten oder die Storennische ausgesucht hat, wird ein Umzug empfohlen, sofern es der Meldezeitpunkt zulässt; je früher gemeldet, desto besser !

- Solange die Königin noch alleine ist, wird ein Umzug noch hinausgeschoben; denn, etwa 80% der Nestgründungen erlöschen in der Anfangsphase !!

- Dort wo Arbeiterinnen die Königin entlasten und fliegen, kann ein Umzugstermin vereinbart werden.

- Vor Ort werden die Flughornissen am Nestzugang mit einer der speziellen Fangboxen eingesaugt.

- Fliegen keine oder fast keine Flughornissen mehr, so kann das Nest geborgen werden.

- Wo immer möglich, werden Königin (NIE EINSAUGEN !!) und junge Arbeiterinnen auf den Waben belassen - sonst separat käfigen und sofort füttern.

- Das Nest wird unterm Dach eines Hornissenkastens eingebaut und gesichert - direkt oder mit Hilfe eines Einbaurahmens. Hierzu dienen gerippte Dübelstäbe Ø 6mm und Heisskleber zur Fixierung.

- Der Hornissenkasten wird gedreht, später eingefangene und separat gekäfigte Arbeiterinnen bzw. die Königin zugesetzt und hernach die Fangbox mit der Zugschnur ausgerüstet und die Freilassklappe entsichert.

- Die Fangbox wird vorsichtig auf das eingelegte Heu auf der Kotschräge in den Kasten eingestellt.

- Nachdem die Fangbox auf dem Heu steht und die Schnur durch den Türspalt gelegt ist, wird der Kasten komplett verschlossen und kontrolliert.

- Alles wird verladen und anschliessend zum neuen Standort verfahren.

- Der im Vorfeld mit dem Forst abgeklärte Aussiedlungsplatz wird bezogen und der Aufhängerahmen am Baum angebunden.

- Der Hornissenkasten wird nun eingehängt und die Flugtiere aus der Fangbox durch ziehen an der Schnur freigelassen.

- Nach ca. 2 Minuten wird der Schutzkarton am Einflugschlitz entfernt und das dünne darunterliegende Papier gelocht. Die Arbeiterinnen beissen sich frei.

- Mittels Pendel- und Kreisflugbewegungen prägen sich die Arbeiterinnen die neue Situation der Nest- und Kastenumgebung ein. Alsdann folgt der erste Ausflug zur Jagd, zum Wasserholen oder zur Nahrungsaufnahme.

- Sobald die erste Arbeiterin in gerader Linie von ihrem Ausflug zum Kasten zurückkehrt, ist der Zeitpunkt nahe, die Fangbox zu entnehmen.

- Die Fangbox entnehmen, den Verschluss am Kotschlitz entfernen und eine Futterteiggabe deponieren.

- Die erste Phase des Umzuges ist abgeschlossen !





Man sieht bereits jetzt, dass eine Umzugsaktion (Umsiedlung) nicht ohne Weiteres und mit etwas mehr Aufwand verbunden ist, als das Abtöten eines Nestes bzw. Volkes. Abtöten hat jedoch zur Folge, dass der Jäger ausgeschaltet wird und nun erst recht die unliebsamen Fliegen, Mücken, Bremsen oder noch viele andere mehr sich freuen und Überhand gewinnen.

Wichtig ist auch die genaue Schilderung bei einem Besuch bzw. einer Besichtigung vor Ort. Wie wird vorgegangen, wo liegen allenfalls die Schwierigkeiten, die Knackpunkte z. B. bei einem Rolladenkasten oder einer Storennische, was kann passieren, wenn der Verbleib des Hornissen- oder Wespennestes gewünscht wird und am Wichtigsten, es gibt eine Ansprechperson bei Fragen oder Komplikationen.





- Aktualisiert am 20.10.2017 -