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So unterscheiden sich unserer heimischen staatenbildenden Wespenarten


Wir unterscheiden in erster Linie Feldwespen (Polistinae) und Echte Wespen (Vespinae) .

Zu den Feldwespen zählen weltweit etwa 30 Arten, in der Schweiz sind es deren 6 Arten; die Haus-Feldwespe (Polistes dominula), die Berg-Feldwespe (Polistes biglumis), die Gallische-Feldwespe (Polistes gallicus), die Heide-Feldwespe (Polistes nimpha), die Zierliche-Feldwespe (Polistes bischoffi) und die Helvetische-Feldwespe (Polistes helveticus - als Schweiz eigene Art erst seit 2008 vom Team um Herrn R. Neumeyer beschrieben) .

Bei den Echten Wespen unterscheiden wir die Hornisse, die Rundkopf-Wespen und die Langkopf-Wespen (Vespa, Vespula und Dolichovespula): Dabei ist in der Schweiz zur Zeit nur eine Hornissenart heimisch - Vespa crabro germana als unsere grösste staatenbildende Wespenart.
Seit 2008 breitet sich jedoch die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) von Bordeaux Richtung Nord- und Südosten aus. 2014 wurden erste Sichtungen im Raum Karlsruhe in Deutschland gemeldet. Es ist also noch eine Frage der weiteren klimatischen Entwicklungen, bis die Asiatische Hornisse auch die Schweiz erreichen wird.

Zur Gattung der Rundkopf-Wespen (Vespula) zählen die drei Dunkelhöhlennister Gemeine oder Gewöhnliche Wespe (Vespula vulgaris), Deutsche Wespe (Vespula germanica) und Rote Wespe (Vespula rufa). Die beiden erstgenannten Arten - Vespula vulgaris und Vespula gemanica - können im Spätsommer jeweils durch eine hohe Anzahl an Arbeiterinnen unbequem und aufdringlich an der Tafel des Menschen auffallen !
Hingegen verhält sich die Dritte im Bunde - Vespula rufa - eher der nächsten Gattung Dolichovespula näher (siehe auch Steckbrief) !

Zur Gattung der Langkopf-Wespen (Dolichovespula) gehören die Mittlere Wespe oder auch kleine Hornisse genannt (Dolichovespula media) - als zweitgrösste Wespenart - , Waldwespe (Dolichovespula sylvestris), Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica) und Norwegische Wespe (Dolichovespula norwegica). Alle Dolichovespula-Arten lieben das Licht und die Mittlere Wespe gar die "Sonne", sie nistet ausschliesslich im Freien - nie in, höchstens an Gebäuden !


Nach den Erfahrungen und den Bestimmungsmerkmalen im Buch "Wespen" von Rolf Witt ist nachfolgend ein Bestimmungsschlüssel angefügt, welcher die Art in ihrer Umgebung bestimmen lässt.

So werden die Wespenarten unterschieden :

Eine einfach Regel lautet :
Ist das Nest ohne Hilfsmittel - Taschenlampe, künstliches Licht im Estrich/ Schopf oder dergleichen - zu sehen, handelt es sich um eine friedliche Art. Dazu gehören die Hornisse, Mittlere Wespe, Waldwespe, Sächsische Wespe, Norwegische Wespe, Rote Wespe und die Feldwespen.
Ist das Nest hingegen verborgen, nicht sichtbar ohne Hilfsmittel und emsiger Flugbetrieb am Nestzugang, so handelt es sich um die Deutsche Wespe oder die Gemeine Wespe und diese können bekanntlich im Spätsommer aufdringlich und unbequem wirken.




Bestimmungsschlüssel und Merkmale aus "Wespen" von Rolf Witt (Zeichnungen; Rolf Witt) !

Bestimmungsschlüssel der Feldwespen (Polistinae) :

Alle in Europa vorkommenden Arten. Kopfzeichnung teilweise mit grosser Variationsbreite, z. T. Stereomikroskop zur Unterscheidung notwendig. Königin und Arbeiterinnen mit 12-gliedrigen Antennen, 6 sichtbaren Sternite. Drohnen mit 13-gliedrigen Antennen, 7 sichtbare Tergiten, ausgedehnter gelber Gesichtszeichnung. Im Gelände oft mit grünlichen Augen.

1a

Medianlappen des Clypeus apikal nach hinten abgewinkelt und dadurch kürzer als die Seitenecken. Mandibeln aussen mit breiter Längsfurche (Z 64).

Sozialparasitische Arten — 2

Z 64


1b

Medianlappen des Clypeus länger als Seitenecken (Z 65). Mandibeln ohne Längsfurche.

Soziale Arten — 4

Z 65


2a

Königin: Clypeus gelb mit schwarzem Fleck in der Mitte (Z 66). Drohn: Mandibeln schwarz, sehr selten Basis partiell gelb.

— Polistes atrimandibularis (sehr selten in Deutschland)

Z 66


2b

Königin: Clypeus schwarz mit (grosser) gelber Querbinde oder Flecken (Z 66, Z 67). Drohn: Mandibeln gelb, selten Hinterkante oder Zähne etwas schwarz.

3

Z 67


3a

Gelbe Flecken auf Wange und Schläfe deutlich getrennt. Königin: (Z 66), Drohn: Medianlappen des Clypeus im Profil leicht nach hinten geknickt.

— Polistes semenowi

 

3b

Gelbe Flecken auf Wange und Schläfe verbunden oder fast verbunden. Kopf sehr gross. Königin: (Z 67), Drohn: Medianlappen des Clypeus im Profil stark nach hinten geknickt (Z 68).

— Polistes sulcifer

Z 68


4a

Königin und Arbeiterin.

5

 

4b

Drohn.

10

 

5a

Wangen gelb.

6

 

5b

Wangen in der Regel schwarz.

8

 

6a

Sternit 6 vorwiegend gelb. Antennen oberseitig meist bis zum 3. Glied schwarz, sonst leuchtend gelborange (Z 69). Clypeus in der Regel gelb, seltener mit schwarzem Fleck (dann Sternit 6 oft dunkler).

— Polistes dominula (Haus-Feldwespe)

Z 69


6b

Sternit 6 schwarz oder überwiegend schwarz. Antennen oberseitig verdunkelt. Kopfschild gelb mit schwarzem Fleck oder Querbinde.

7

 

7a

Sternit 6 schwarz (Apikal mittig oft mit gelber Aufhellung).

— Polistes nimpha (Heide-Feldwespe)

 

7b

Sternit 6 am Ende und seitlich rotbraun gefärbt.

— Polistes associus

 

8a

Überwiegend dunkel gefärbte (Antennen (Z 70), Clypeus, Thorax, Abdomen). Mesonotumbehaarung länger als Ocellendurchmesser. Grössere, schwierig abzutrennende Art.

— Polistes biglumis (Berg-Feldwespe)

Z 70


8b

Überwiegend heller (Gelb ist die dominante Farbe) gefärbte Arten. Mesonotumbehaarung deutlich kürzer als Ocellendurchmesser.

9

 


9a

Antennen bis auf die ersten Glieder oben meist hell oder nur schwach verdunkelt (Z 71). Clypeus ungefähr so lang wie breit. Grössere Art.

— Polistes gallicus (Gallische oder Französische Feldwespe)

Z 71


9b

Antennen oben meist weitgehend dunkel überlaufen (Z 72). Clypeus etwas breiter als lang. Kleinere Art.

— Polistes bischoffi (Zierliche Feldwespe)

Z 72


10a

Clypeus lateral mit deutlichen Längswülsten (Z 73).

11

Z 73


10b

Clypeus lateral ohne oder mit schwachen Längswülsten.

13

 


11a

Stirnkiel mit breiter Längsfurche (Z 73). Schläfen (von oben) hinter den Augen konvex, nicht sofort konvergierend (Z 74).

— Polistes nimpha (Heide-Feldwespe)

Z 74


11b

Stirnkiel höchstens schwach ausgeprägt. Schläfen (von oben) konvergierend (Z 75).

12

Z 75


12a

Meist komplette Antennen oben stark verdunkelt.

— Polistes associus

 


12b

Antennen oben kaum oder nur leicht verdunkelt.

— Polistes gallicus

 


13a

Antennen oben meist bis zum dritten Glied dunkel, sonst gelborange. Clypeus mit schwachen Längswülsten.

— Polistes dominula (Haus-Feldwespe)

 


13b

Antennen oben stark verdunkelt. Clypeus ohne oder selten schwachen Längswülsten.

14

 


14a

Gesicht viereckig, breit, selten mit schwachen Längswülsten am Clypeus (Z 76). Schläfen (von oben) konvex, nicht sofort konvergierend. Grössere Art.

— Polistes biglumis (Berg-Feldwespe)

Z 76


14b

Dreieckige Kopfform, ohne Längswülste am Clypeus (Z 77). Schläfen (von oben) stark konvergierend. Kleinere Art.

— Polistes bischoffi (Zierliche Feldwespe)

Z 77




Bestimmungsschlüssel der Echten Wespen (Vespinae) :

Alle in Europa vorkommenden Arten.
Königin und Arbeiterinnen mit 12-gliedrigen Antennen, 6 sichtbaren Tergiten und Stechapparat. Drohnen mit 13-gliedrigen langen Antennen, 7 sichtbare Tergiten. Zeichnung teilweise recht variabel.

1a

Hinterkopf stark verbreitert (Z 78). Thorax und Tergit 1 (Basis) mit rotbrauner Zeichnung. Tergite schwarz mit gelben Binden. Arbeiterin 17 bis 24mm, Königin 25 bis 35mm.

— Vespa crabro germana
(Mitteleuropäische Hornisse)

Z 78


1b

Hinterkopf stark verbreitert. Zeichnung anders, weniger gelb.

2

 

1c

Hinterkopf wenig erweitert.

3

 

2a

Pronotumkiel vor Tegula kurz (Z 79), Pronotum und Thorax schwarz bis dunkelbraun, 1. und 2. Tergit braun mit schmaler gelber Endbinde, Arbeiterin um 20mm, Königin 25 bis 30mm.

— Vespa velutina nigrithorax
(Asiatische Hornisse)

Z 79


2b

Pronotumkiel vor Tegula lang (Z 80), hellbraun bis rotbraun gefärbt. Tergit 3 bis 4 mit breiter gelber Binde. Arbeiterin 19 bis 22mm, Königin 25 bis 27mm.

— Vespa orientalis
(Orientalische Hornisse)

Z 80


3a

Wangen lang, das heisst der Abstand zwischen Augenunterrand und Mandibelbasis ist so lang wie breit (Z 81). Gattung Dolichovespula (Langkopfwespen).

4

Z 81


3b

Wangen kurz, das heisst der Abstand zwischen Augenunterrand und Mandibelbasis ist kürzer als breit (Z 82). Gattung Vespula (Kurz– oder Rundkopfwespen).

9

Z 82


4a

Augenbucht flächig gelb ausgefüllt, gelber Pronotumseitenstreifen in Form einer „Eins“ (Z 83). Dunkel und hell gefärbte Formen. Clypeus ohne schwarze Zeichnung. Königin mit rotbrauner Zeichnung an Kopf und Thorax.

— Dolichovespula media
(Mittlere Wespe oder Kleine Hornisse)

Z 83


4b

Nur schmaler, gelber Streifen am Unterrand der Augenbucht (Z 84). Pronotumseitenstreifen anders. (Drohn oft nur anhand von Genitalpräparaten mit einem Stereomikroskop zu bestimmen).

5

Z 84


5a

Clypeusbehaarung neben den hellen Haaren mit schwarzen Haaren in der Mitte. Zeichnung meist mit grösserem schwarzen Makel (Z 85, Z 86, Z87).

6

Z 85


Z 86


Z 87


5b

Clypeus ohne schwarze Haare in der Mitte und Zeichnung ganz gelb oder mit kleinem, schwarzem Punkt (Z 88).

8

Z 88


6a

Ecken des Mittellappens am Unterrand des Clypeus zahnartig spitz und leicht nach oben gebogen (Z 86). Pronotum mit vertikalem gelben Streifen, der spitz in die Propleuren ausläuft (Z 89).

— Dolichovespula adulterina
(Falsche Kuckuckswespe)

Z 89


6b

Ecken des Mittellappens am Unterrand des Clypeus stumpf (Z 85).

7

 

7a

Schläfe und Wange jeweils meist mit gelbem Fleck (Z 90). Clypeus oft mit dreizackigem Makel im unteren Teil (Z 85). Tergite immer ohne rote Zeichnung. Mesopleuren gelblich behaart.

— Dolichovespula saxonica
(Sächsische Wespe)

Z 90


7b

Meist nur Schläfe mit gelbem Fleck (Z 91). Clypeus fast immer mit durchgehendem Längsmakel (Z 87). Tergit 1 und 2 normalerweise lateral mit roter Zeichnung. Mesopleuren und Clypeus mit langer schwarzer Behaarung.

— Dolichovespula norwegica
(Norwegische Wespe)

Z 91


8a

Untere Ecken des Clypeus stumpf. Clypeus einheitlich gelb oder nur mit kleinem Mittelfleck (Z 88). Meist mit grösserem Schläfenfleck (Z 92). Pronotumseitenstreifen nicht erweitert.

— Dolichovespula sylvestris
(Waldwespe)

Z 92


8b

Untere Ecken des Clypeus zahnartig spitz sowie leicht angebogen. Clypeus meist mit kleinem ovalen Mittelfleck (Z 93). Pronotumseitenstreifen mitten erweitert.

— Dolichovespula omissa
(Wald-Kuckuckswespe)

Z 93


9a

Augenbucht nur unten mit schmalem, gelbem Streifen.

10

 

9b

Augenbucht flächig gelb gefüllt. Die folgenden Arten sind in ihren Farbmerkmalen recht variabel.

11

 

10a

Tergit nicht rot gezeichnet (Drohn sehr selten am Tergit 2 seitlich mit roter Zeichnung). Clypeus mit stumpf vorstehenden Ecken und 1 bis 3 kleinen Flecken (Z 94). Augenbucht mit schmalem gelben Streifen. Scapus unten gelb. Mittel– und Hintertibien aussen auch mit langen, schwarzen Haaren.

— Vespula austriaca
(Österreichische Kuckuckswespe)

Z 94


10b

Tergit 1 und 2 meist mit ausgedehnter Rotfärbung (selten komplett fehlend). Clypeusecken weniger spitz vorstehend und Zeichnung meist mit ankerförmigem Makel (Z 95). Scapus schwarz (Z 96). Mittel– und Hintertibien ohne lange, schwarze Haare.

— Vespula rufa
(Rote Wespe)

Z 95


Z 96


11a

Clypeus meist mit drei Punkten gezeichnet (Z 97). Gelber Fleck der Augenbucht in Richtung der Stirn ausgewölbt (Z 98). Königin: Schläfen mit einem durchgehenden Fleck von oben bis unten gezeichnet (Z 98). Gelber Pronotumseitenstreifen mit parallelen Rändern.

— Vespula germanica
(Deutsche Wespe)

Z 97


Z 98


11b

Clypeus meist mit ankerförmigem Fleck (Z 99). Gelber Fleck der Augenbucht konvex eingebuchtet (Z 100). Königin: Schläfen mit zwei getrennten gelben Flecken (Z 100). Unterrand des gelben Pronotumseitenstreifens nach unten erweitert.

— Vespula vulgaris
(Gewöhnliche oder Gemeine Wespe)

Z 99


Z 100